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Nachhaltigkeit · Infrastruktur

Klärwerke unter Druck

Was passiert wirklich, wenn feuchte Tücher in der Toilette landen? Wir blicken hinter die Kulissen deutscher Klärwerke und zeigen, warum eine Po-Dusche auch infrastrukturell Sinn macht.

Infrastruktur-RealitätKosten transparentLösung praktisch
Lesezeit 6 MinVeröffentlicht 18. Mai 2026

Was kostet das?

Deutsche Klärwerke geben jährlich geschätzt 100-200 Millionen Euro für die Beseitigung von Feuchttücher-Schäden aus — Reparaturen, Pumpentausch, Personal für die Reinigung von Rechen und Hebewerken.

Typische Probleme

  • Pumpen-Verstopfung: Tücher wickeln sich um Pumpenwellen → Stillstand
  • Hebewerk-Schäden: Großverstopfungen erfordern manuelle Reinigung
  • Rohr-Verstopfungen: oft schon im Haushaltsabfluss
  • Klärschlamm-Probleme: Mikrofasern verbleiben im Schlamm

Bürgerkosten

Diese Mehrkosten landen in den Abwassergebühren aller Haushalte — auch derjenigen, die keine feuchten Tücher verwenden. Eine indirekte Quersubvention für ein Problemprodukt.

Klärwerks-Personal berichtet

Mitarbeiter:innen deutscher Klärwerke berichten von wöchentlichen Einsätzen, um Tücher-Bälle aus Pumpenanlagen zu entfernen. Eine unappetitliche und gefährliche Arbeit, die durch das Wegfallen feuchter Tücher massiv reduziert würde.

Infrastruktur-Investitionen

Manche Kommunen investieren bereits in spezielle Tücher-Rechen — eine weitere Mehrkosten-Position. Diese Investitionen wären unnötig, wenn die Tücher gar nicht erst in der Toilette landeten.

Die einfache Lösung

Feuchte Tücher gehören grundsätzlich in den Restmüll, nicht in die Toilette. Noch besser: ganz verzichten — mit einer Po-Dusche brauchst du sie nicht mehr.

Fakt

Wenn alle deutschen Haushalte auf feuchte Tücher in der Toilette verzichteten, könnten die Klärwerks-Kosten um geschätzte 100 Millionen Euro pro Jahr sinken.

Häufige Fragen (FAQ)

Was kosten feuchte Tücher den Klärwerken?

Geschätzt 100-200 Millionen Euro pro Jahr in Deutschland — über Abwassergebühren auf alle Bürger:innen umgelegt.

Sind „spülbare“ Tücher unproblematisch für Klärwerke?

Nein. Sie zerfallen viel langsamer als TP und verursachen weiterhin Probleme.

Was passiert mit feuchten Tüchern im Klärwerk?

Große werden im Rechen abgefangen → Restmüll. Kleine bleiben im Klärschlamm oder gelangen in Flüsse.

Wie kann ich das Problem als Verbraucher reduzieren?

Feuchte Tücher in den Restmüll werfen, nicht ins WC. Noch besser: ganz verzichten — z. B. mit einer Po-Dusche.

Spart die Po-Dusche wirklich Klärwerks-Kosten?

Indirekt ja, durch Reduktion der Tücher-Belastung. Bei breiter Anwendung wäre der Effekt im Millionenbereich.

Wer trägt die Klärwerks-Mehrkosten?

Alle Bürger:innen über die Abwassergebühren — auch Nicht-Nutzer von Tüchern.

Verwandte Ratgeber

Quellen

  1. Umweltbundesamt: Mikroplastik, Klärwerke und Hygieneartikel.
  2. Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA).
  3. Statistisches Bundesamt (Destatis): Statistiken zum Hygiene- und Wasserverbrauch.
mb
mybidet RedaktionFachlich recherchiert · Zuletzt aktualisiert 18. Mai 2026.