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Hämorrhoiden in der Schwangerschaft — was wirklich hilft.

Rund jede dritte Schwangere bekommt im Laufe der neun Monate Hämorrhoidal-Beschwerden — besonders im dritten Trimester und nach der Geburt. Was sind die Ursachen, welche Symptome solltest du ernst nehmen, und vor allem: Was kannst du selbst tun, ohne auf starke Präparate angewiesen zu sein?

Sanfte Wasser-ReinigungKein Einbau nötigOhne Feuchttücher
Lesezeit 8 MinVeröffentlicht 22. April 2026Medizinisch eingeordnet Gynäkologie —

Warum Schwangerschaft Hämorrhoiden begünstigt

Hämorrhoiden sind keine Krankheit — sie sind Schwellkörper, die jeder Mensch hat und die beim Stuhlverhalt helfen. Zu einem Problem werden sie erst, wenn sie sich dauerhaft vergrößern. In der Schwangerschaft treffen gleich mehrere Faktoren aufeinander, die genau das begünstigen:

  • Hormonelle Veränderungen: Progesteron entspannt das Gewebe — auch die Gefäßwände im Analbereich.
  • Druck der Gebärmutter: Ab dem 6. Monat drückt das wachsende Baby auf den Beckenboden und die Venen.
  • Verstopfung: Langsamere Darmtätigkeit führt zu festerem Stuhl — und damit zu stärkerem Pressen.
  • Weniger Bewegung: In den letzten Wochen bewegen sich viele Schwangere weniger, was die Durchblutung im Beckenbereich weiter verringert.

Das Ergebnis: Die Schwellkörper werden stärker gefüllt, bleiben es länger und können irgendwann nicht mehr richtig abschwellen. Das ist der Punkt, an dem aus anatomisch normalen Gefäßpolstern Beschwerden werden.

Typische Symptome erkennen

Viele Schwangere zögern, über Hämorrhoiden zu sprechen — dabei sind die Symptome so häufig wie harmlos, wenn man sie ernst nimmt:

  • Jucken und Brennen rund um den Anus
  • Druckgefühl oder das Gefühl, nicht vollständig entleert zu haben
  • Hellrotes Blut auf dem Toilettenpapier oder im Stuhl
  • Schwellungen, die sich ertasten lassen
  • Schmerzen beim oder nach dem Stuhlgang

Wichtig

Hellrotes Blut ist meist harmlos, sollte aber immer bei einer Fachärzt:in abgeklärt werden — besonders in der Schwangerschaft. Dunkles oder schwarzes Blut ist immer ein Grund, sofort medizinisch Rat einzuholen.

7 sanfte Schritte, die du selbst tun kannst

Die gute Nachricht: Viele Beschwerden lassen sich mit einfachen Alltags-Maßnahmen spürbar lindern — ganz ohne starke Medikamente, die in der Schwangerschaft ohnehin oft nicht infrage kommen.

1. Mehr trinken — aber wirklich

2 bis 2,5 Liter Wasser oder ungesüßten Tee pro Tag machen den Stuhl weicher und reduzieren das Pressen.

2. Ballaststoffreich essen

Vollkornprodukte, Obst, Gemüse, Leinsamen, Flohsamen. Wichtig: Ballaststoffe nur zusammen mit ausreichend Flüssigkeit — sonst bewirken sie das Gegenteil.

3. Nicht pressen

Wenn es nicht kommt, lass es. Zurück zur Toilette gehen, wenn der Drang wirklich da ist. Nie länger als 5 Minuten sitzen, nicht am Handy scrollen.

4. Regelmäßig bewegen

Spaziergänge, Schwangerschafts-Yoga, Schwimmen — alles, was die Durchblutung im Beckenbereich fördert.

5. Mit Wasser reinigen, nicht reiben

Das ist der vielleicht wichtigste Punkt. Trockenes Papier kratzt, feuchtes Papier reizt mit Konservierungsstoffen. Klares, lauwarmes Wasser reinigt gründlich, ohne zu belasten — und kann sogar einen leicht beruhigenden Effekt haben.

Sanfte Reinigung für den Alltag

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6. Kühlende Umschläge

Ein mit kaltem Kamillentee getränktes Baumwolltuch kurz auflegen kann Jucken und Schwellung lindern. 2–3 Minuten reichen.

7. Beckenboden-Übungen

Die Kegel-Übungen sind nicht nur für die Geburt wichtig — sie verbessern auch die Durchblutung im gesamten Beckenbereich. Am besten mit einer Hebamme oder Physiotherapeut:in anfangen.

Warum Wasser besser ist als feuchtes Toilettenpapier

Viele Schwangere greifen reflexartig zu Feuchttüchern, wenn normales Papier unangenehm wird. Das klingt logisch — ist aber oft kontraproduktiv:

  • Konservierungsstoffe wie Methylisothiazolinon können Kontaktallergien auslösen.
  • Duftstoffe reizen gereizte Haut zusätzlich.
  • Mikroplastik ist in vielen Produkten noch enthalten und für Umwelt wie Gewebe nicht harmlos.
  • Physikalische Reibung bleibt trotzdem bestehen.

Reines Wasser hat keinen dieser Nachteile. Und eine mobile Po-Dusche wie mybidet macht das überall möglich — in der Klinik, auf Reisen, im Gäste-WC.

„In der Schwangerschaft empfehle ich konsequent Wasser-Reinigung. Die Haut erholt sich deutlich schneller, Juckreiz lässt nach — und viele Frauen sind überrascht, wie einfach das ist." — aus der Hebammen-Praxis,

Wann du zur Ärztin oder zum Arzt solltest

Eine Abklärung ist sinnvoll, wenn:

  • die Beschwerden nach 1–2 Wochen Selbstbehandlung nicht besser werden
  • die Blutung stark ist oder dunkles Blut dabei ist
  • starke Schmerzen auftreten, die sich nicht bessern
  • ein festes, schmerzhaftes Knötchen spürbar ist (möglicher Hämorrhoidal-Thrombus)

Deine Gynäkolog:in kann untersuchen und bei Bedarf an eine proktologische Praxis überweisen. Viele sanfte Präparate (z. B. mit Hamamelis oder Zink) sind in der Schwangerschaft zugelassen.

Und nach der Geburt?

Viele Beschwerden verschwinden in den ersten Wochen nach der Geburt von selbst — besonders wenn du weiter auf Wasser-Reinigung setzt und den Dammbereich schonend pflegst. Lies dazu auch unseren Artikel zur Wochenbett.

Quellen & Leitlinien

  1. Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie (DGK): S3-Leitlinie Hämorrhoidal­leiden. AWMF-Registernummer 081-007.
  2. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): Empfehlungen zu Hämorrhoidal­beschwerden in der Schwangerschaft.
  3. Robert-Koch-Institut (RKI): Gesundheitsdaten Schwangerschaft & Geburt.
  4. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Bewertung von Konservierungsstoffen in Kosmetika.
mb
mybidet Redaktion Fachlich geprüft durch Gynäkologie & Hebammen-Praxis · · Zuletzt aktualisiert am 22. April 2026.